„Mund auf - Stäbchen rein - Spender sein“

So einfach ist die Stammzellenspende leider nicht. Trotzdem würde sich unser Schüler Markus Karl wieder für eine Spende zur Verfügung stellen, wie er nachfolgend in seinem Erfahrungsbericht schildert.

Leukämie (Blutkrebs) ist eine Krankheit der Blutzellen im Knochenmark, die sich unkontrolliert vermehren. Diese Krankheit kann durch eine Knochenmark- oder Stammzellenspende geheilt werden. Um eine Spende durchführen zu können, muss man mindestens 18 Jahre alt sein, deswegen beschloss ich mich, eine Woche nach meinem 18. Geburtstag bei der DKMS zu registrieren, mit dem Gedanken, möglicherweise einem Menschen auf dieser Welt das Leben zu retten.

Nachdem ich mich auf der Internetseite registriert hatte, bekam ich 2 Tage später ein Paket mit Wattestäbchen, die ich mir in den Rachen schieben und 30 Sekunden drehen musste. Diese Stäbchen schickte ich dann wieder an die DKMS per Post zurück. 7 Monate nach der Registrierung bekam ich einen Anruf, mit der Mitteilung, möglicher Spender zu sein. Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, was noch alles auf mich zukommen würde. Die DKMS schickte mir ein weiteres Paket mit Reagenzgläschen, in denen ich Blut abgeben sollte, um meine Stammzellen nochmals genauer zu überprüfen.

Nach 6 Monaten Wartezeit klingelte mein Telefon und mir wurde gesagt, dass ich Auserwählter einer Spende bin. Viele Telefonate später hatte ich dann einen Termin in Stuttgart zu einer Voruntersuchung, ob ich gesund bin und mein Körper bereit für eine Entnahme der Zellen ist. Bei dieser Untersuchung wurde mir ebenfalls wieder Blut entnommen und ich habe ein EKG und Ultraschall durchführen lassen müssen. Nachdem sich herausgestellt hat, dass ich körperlich bereit für eine Spende bin, bekam ich auch schon einen Termin für die Entnahme. Die Mitarbeiterin erklärte mir genauestens den Ablauf der Spende und was ich die Tage vor dem Termin beachten und machen muss. Ich bekam 12 Spritzen mit nach Hause, die ich mir 5 Tage jeden Tag selbst spritzen musste. Dieses Mittel bewirkte, dass sich meine Stammzellen verdoppeln.

Zur Spende durfte ich mich in einen sehr bequemen Sessel setzen, da der Ablauf mindestens 3 Stunden dauerte. Mir wurde an beiden Armen eine Nadel gesetzt und ich durfte mich in dieser Zeit fast nicht bewegen. Aus dem linken Arm wurde mir das Blut entnommen und floss durch eine Filtermaschine, die meine Stammzellen herausfilterte. Im rechten Arm wurde mir das gefilterte Blut wieder in den Körper zurück gepumpt. Dies dauerte ganze 4,5 Stunden und es flossen ca. 15 Liter Blut durch die Maschine, um genügend Stammzellen für den Patienten zu gewinnen.

Nach einer Woche erhielt ich einen letzten Anruf der DKMS und mir wurde gesagt, dass die Spende gut verlaufen ist und die Zellen ein erwachsener Mann aus Südafrika erhielt. Nach 2 Jahren erfahre ich, ob dieser Mann überlebt hat und ob ich Ihm das Leben gerettet habe.

Ich bin froh, dass ich mich zur Stammzellenspende registrieren lassen habe, da ich möglicherweise einem Menschen eine zweite Chance in seinem Leben geben konnte.

Jeder der sich noch nicht registriert hat, sollte sich darüber einmal Gedanken machen, denn es könnte sein, dass eine Person auf dieser Welt deine Hilfe benötigt.